Es kommt bei mir ja relativ häufig vor, dass ich mich selbst aus Versehen mit irgendetwas anstachele. So ist es auch bei meinem Artikel über die Welt der Selfpublishing-Autoren passiert. In einem Langzeit-Selbstversuch möchte ich herausfinden, ob sich der Schritt in das Autoren-Universum lohnen könnte – oder eben nicht. Da ich ein Freund von Transparenz bin, möchte ich euch an meinem Selbstversuch mit CreateSpace teilhaben lassen und in regelmäßigen Abständen Zwischenstände veröffentlichen.

Das Versuchsobjekt

Da ich ohnehin gerne Mandalas erstelle (soviel zum Thema „selbst anstacheln“, das ist ja ebenfalls aus Versehen bei meinem Beitrag über Mandalas passiert…) und mir bei ein paar Gedanken zum Thema Achtsamkeit bewusst wurde, dass ich das eigentlich schon immer irgendwie verinnerlicht hatte, war das Thema für ein Buch schnell gefunden. Da ich reine Sachbücher nicht mag, aber ein Faible für „Reinschreibe-Bücher“ habe, stand auch der Aufbau schnell fest. Heraus kam Zeit für mich – Ein Taschenbegleiter. Auch wenn es im Rahmen meines Selfpublishing-Selbstversuchs entstanden ist, ist es natürlich weit mehr als ein bloßes Testobjekt. Es steckt eine Menge Herzblut darin!

Investierte Zeit

Damit ich bei meinem Selfpublishing-Selbstversuch auch irgendwann ein Ergebnis erhalte, möchte ich erstmal die Zeit, die ich investiert habe, in Arbeitslohn umrechnen. Dazu rechne ich die Arbeitsstunden grob zusammen und berechne einen Stundensatz von 50 Euro (brutto). Da hinterher noch Steuern etc. abgezogen werden, ist dieser Satz halbwegs realistisch um davon leben zu können – und genau darum geht es ja in meinem Selbstversuch.

Für die 24 Bilder, 23 Aufgaben, andere Texte, die Formatierung und das Cover habe ich ungefähr 42 Stunden gebraucht. Bei meinen angesetzten 50 Euro/Stunde wären das 2.100 Euro, die ich an Arbeitszeit investiert habe – und natürlich im Nachhinein gerne bezahlt bekommen würde. 😉

Investiertes Geld

Ein wichtiger Punkt bei meinem Job-Roulette ist, dass egal was ich neues anfange, es kein Geld kosten darf. Wenn ich bei irgendeiner Tätigkeit in Vorleistung treten muss, dann ist es nicht das richtige für mich. Daher habe ich mich auch für CreateSpace als Anbieter entschieden, da das Erstellen und Veröffentlichen eines Buches komplett kostenfrei ist.

Ganz ohne monetären Einsatz ging es aber dann doch leider nicht. Ich musste mir natürlich zunächst selbst ein Exemplar ordern, um eventuelle Druckfehler ausfindig zu machen. Am Bildschirm kann man zwar schon eine ganze Menge einschätzen, aber das Zusammenspiel zwischen Schrift, Bildern, Papier und Bindung erkennt man eben doch erst am analogen 3D-Exemplar. Dazu kamen dann noch Dankes- und Rezensionexemplare sowie das Verlosen von Büchern bei Gewinnspielen (Stichwort Marketing, aber darauf komme ich in einem anderen Beitrag nochmal zurück).

Bislang sind auf diese Weise 10 Bücher verteilt worden (bzw. stehen in meinem eigenen Schrank). Da ich die, wie jeder andere auch, ganz regulär über Amazon bestelle, sind es 39,90 Euro.

Selbstversuch: Lohnt sich Selfpublishing?

Einnahmen in den ersten beiden Monaten

Das Büchlein erschien am 12.3.2016 bei Amazon, danach musste ich es nur einmal kurz aus dem Verkauf nehmen, da ich ein paar kleine Änderungen hatte. Durch meine Rechnung im Artikel Ein Buch schreiben? kann sich jetzt jeder selbst ausrechnen, was ich an einem verkauften Exemplar verdiene. Keine Lust? Dann verrate ich es euch: Es sind 0,43 Euro. Im März wurden 35 Taschenbegleiter verkauft, also 14,81 Euro erzielt. Im April waren es 52 Stück, das entspricht 22,36 Euro.

Die erste Rechnung

Die nächste Rechnung ist jetzt denkbar simpel: Einnahmen – (Investierte Zeit + investiertes Geld) = Gewinn. Das ist zwar sehr vereinfacht, aber für meinen Selfpublishing Selbstversuch völlig ausreichend.

14,81 + 22,36 – (2.100 + 39,90) = – 2.102,73

Im Moment stehe ich also mit 2.102,73 Euro bei mir selbst in der Kreide. Fun-Fakt: Wenn sich jeden Monat 50 Bücher verkaufen, dann bin ich meine Schulden mir gegenüber in ungefähr acht bis neun Jahren los. Ab diesem Zeitpunkt wäre das Buch dann profitabel – vorausgesetzt, die Verkäufe sacken nicht ab.

Wie geht der Selbstversuch weiter?

In den nächsten Monaten werde ich mich damit beschäftigen, den Zeitraum, bis der Taschenbegleiter profitabel wird, durch geeignete Maßnahmen zu verkürzen. Natürlich fällt mit der Zeit auch der anfängliche Freunde- und Familien-Boost weg, das muss ebenfalls abgefangen werden. Mehr dazu und zu den neuen Zahlen gibt’s dann voraussichtlich Anfang Juli. Ein fester Turnus alle zwei Monate scheint mir ganz gut um Vergleiche zu ziehen.

Bis dahin kauft alle mein Buch! Bitte! 😉

 

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