Wir sind viele und werden immer mehr!
Über den Aufbau eines Kleinverlags

Ein Kleinverlag stellt sich vor
23.Mrz

Wie ich bereits erwähnte, gibt es ein neues, klitzekleines Sternchen am hintersten Ende des Verlags-Universums. Denn nach unzähligen Gesprächen mit ebenso unzähligen Menschen war klar, dass der Bedarf da ist. Nicht, weil es zu wenige Verlage geben würde – denn gerade Kleinverlage gibt es bereits wie Sand am Meer – es gibt einfach zu wenig „unkonventionelle“. Wer mich kennt und weiß, wie ich Dinge angehe, der wird jetzt vermutlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Aber genau das macht „das Projekt“ eben aus. Und ich hoffe, dass wir** uns diese Art so lange wie möglich bewahren. „Konventionelle“ Verlage gibt es schließlich schon genug.

Das große Ziel

Ich finde es ganz furchtbar, dass viele (Erstlings-)Autoren*** häufig entweder gar keine Antwort auf eingesandte Manuskripte erhalten oder Absagen ohne Begründung. Niemand kann an sich selbst arbeiten, wenn man keine Rückmeldung erhält. Das soll jetzt keineswegs heißen, dass wir einfach mal alles verlegen, was so eintrudelt und vom Genre her passt – das wäre ein wirtschaftlicher Genickbruch. Aber wenn wir uns dagegen entscheiden, dann hat das einen Grund. Und ich sehe wiederum keinen Grund, warum man diesen dem Autor nicht mitteilen sollte. Klar, das alles kostet Zeit. Aber muss denn der (schnelle) persönliche Profit immer so im Vordergrund stehen? Ist es nicht sinnvoller, einem Autor zu helfen, sich zu verbessern? Vielleicht zahlt es sich irgendwann aus, wenn eben dieser Autor sich die Kritik zu Herzen nimmt und später erneut anklopft – mit einem potentiellen Bestseller im Gepäck?

Unsere Mission: Großartige Bücher. Wenn wir uns dazu entscheiden, ein Manuskript anzunehmen und zu verlegen, dann nur (in diesem Punkt handeln wir ausnahmsweise mal wie „die meisten anderen“), wenn der Autor bereit ist, einem Lektorat zuzustimmen und auch daran mitzuwirken. Ein nicht lektoriertes Manuskript wird nicht verlegt. Punkt. Das klingt hart, denn man steckt viel Herzblut in die eigene Arbeit und wäre man nicht davon überzeugt, würde man sie erst gar nicht einsenden. Aber selbst wenn die komplette Familie, der Freundeskreis und die Hauskatze der Meinung sind, dass alles perfekt ist – ein Profi wird immer noch etwas anzumerken haben.

Warum sollten Autoren zu uns wollen?

Ich sage es mal so, wie es ist: Wer sein Buch via Selfpublishing selbst verlegt, dem entstehen bestenfalls keine Kosten und die ausgezahlten Tantiemen sind höher als bei uns. Das ist ganz klar, denn schließlich steckt kein Verlag mit drin in der Kalkulation. Wir werden auch auf absehbare Zeit keine 10.000er-Auflagen drucken lassen (können), daher wird sich daran auch so bald nichts ändern. Ich habe selbstverständlich immer noch ein Herz fürs Selfpublishing, daher werde ich auch meine Tutorialreihe dazu fortsetzen.

Selfpublishing ist aber nicht für jeden etwas. Wer ein professionelles Lektorat/Korrektorat möchte, der muss dafür zunächst mehr oder weniger tief in die Tasche greifen. Auch die Covergestaltung liegt nicht jedem und dann ist da auch noch die Sache mit dem Marketing. Wer als Autor Teil unseres Teams wird, der muss sich da nicht alleine durchkämpfen. Das Manuskript wird solange verbessert bzw. bearbeitet, bis am Ende ein großartiges Buch ensteht, auf das alle Beteiligten – vor allem natürlich der Autor – mächtig stolz sein können. Wie die Vertriebswege aussehen, welchen Ladenpreis das Buch erzielen soll, wie es beworben wird und was letztendlich auch finanziell dabei rumkommt – das alles geschieht in Absprache mit dem jeweiligen Autor und wird individuell auch an das Buch angepasst. Das gilt auch für das Erscheinungsbild, das Cover oder die Papierqualität. Wir gehen auch dabei übrigens eher unkonventionelle Wege.

Von der Idee zum Buch mit Verlag

Wer sind denn nun die vielen?

Das Verlags-Team besteht aus Autoren, Lektoren, Korrektoren, Graphikern und Bloggern. Es ist mir wichtig, dass wir nicht einfach „nur“ Rezensionsexemplare verschicken, sondern dass „unsere“ Blogger jederzeit Einblick haben in das, was gerade läuft oder geplant ist. Ich sehe niemandem im Team als bloßen Dienstleister, sondern als wichtiges Zahnrad, damit das große Ganze funktioniert. Das mag vielleicht etwas naiv klingen, aber Herzblut ist in meinen Augen wesentlich wichtiger als Reichweite oder Follower. Ich möchte mit dem Team gemeinsam(!) wachsen, denn ich sehe mich als Verleger ebenso wenig als purer Dienstleister den Autoren gegenüber.

Wie sieht das Verlags-Portfolio aus?

Es gibt durchaus Parallelen zwischen einem Verlag und einem Blog: Wer sich zu Beginn nicht auf bestimmte Themen fokussiert, hat es schwer. Daher wird die Ausrichtung für Romane zu Beginn eher auf den Bereichen Fantasy/Endzeit liegen. Auch wenn gerade Fantasy als Genre sehr überladen und umkämpft ist – das stört uns nicht. Bei Büchern, die keine Romane sind, gibt es kaum Grenzen. So erscheint als erster Verlags-Titel nächste Woche ein kleines Büchlein namens „Mein Festival-Tagebuch“. Mein eigenes, das ich sonst wieder im Selbstverlag untergebracht hätte. Der erste Roman, der verlegt wird, befindet sich gerade im Lektorat – das wird also noch eine Weile dauern.

Wenn du dich jetzt angesprochen fühlst, ein Teil des Teams zu werden, dann melde dich einfach. Manuskripte sollten so grob in die Genres Fantasy oder Endzeit passen – oder so schräg sein, dass man sie nicht einordnen kann. Illustratoren sind auch immer gerne gesehen, ebenso Coverdesigner. Auch falls du einen thematisch passenden Blog hast – sag doch einfach mal Hallo. Bis die Verlags-Homepage fertig ist, erreicht ihr uns über das Kontaktformular hier auf dem Blog oder über die Verlags-Seite bei Facebook. Ich freue mich auf euch!

Und da das Beste ja bekanntlich zum Schluss kommt: Ich habe euch noch gar nicht verraten, wie das klitzekleine Sternchen im Verlags-Universum eigentlich heißt. Dabei ist es so nahe liegend. Chaospony Verlag natürlich. 😉

Update 27.3.2017: Die Webseite ist soweit fertig, ihr findet den Verlag jetzt unter Chaospony-Verlag.de.


** Ich sage wir, weil ich das große Glück habe, direkt zu Beginn schon einige Profis mit an Bord zu haben.

*** Das Wort Autor schließt natürlich Autorinnen mit ein.

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Ich empfehle dazu: Durchhaltevermögen und Spaß an der Sache. Und Kaffee. Viel Kaffee.
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7 Kommentare zu “Wir sind viele und werden immer mehr!

  1. Das ist alles so unheimlich cool!
    Ich fand deine Anfrage bei Facebook ja schon spannend, aber so eine Verlags-Entstehung quasi live mitzuverfolgen – the Hype is schon ein bisschen real! 😀

    Das was du & dein Team plant, klingt wirklich vielversprechend (Fantasy & Festivals sind einfach genau meins). Ich wünsche euch ganz, ganz viel Erfolg!

    Alles Liebe,
    Chrissi

  2. Ich freue mich schon darauf, euer klitzekleines Sternchen wachsen zu sehen!
    Ich bin sehr gespannt auf die Zusammenarbeit und wünsche ganz viel Erfolg <3

    Herzliche Grüße
    Jacky von Magie aus der Feder

  3. Also das klingt für mich richtig toll und ich ksnn mir gut vorstellen, als Buchbloggerin mitzuarbeiten, ebenso wie als Autorin bei euch mal mein Glück zu versuchen! Ich lass euch mal Mail und Webaddy da!

  4. Alexandra sagt:

    Hey, das ist ja großartig! Unkonventionelle Menschen mit unkonventionellen Methoden! Ich wäre sehr gerne Teil eures Teams, ob ich das Zeug dazu habe, müsst ihr entscheiden 🙂
    Mein fertiges Manuskript ist aus dem Fantasy-Bereich, meine Kurzgeschichten, die ich in der Autoren-Gruppe bei Facebook geschrieben habe und die, die ich zu Ausschreibungen geschickt habe, haben am Ende iwie alle immer mit Fantasy, Dystopie oder „Skurilität“ zu tun. Ich lasse euch mal meine Email-Addy da, ansonsten bin ich in der Autoren-Gruppe zu finden 😉
    Ach und wachsen will ich auch noch 😀

  5. Etwas Schräges, das sich nicht einordnen lässt? Hmmmmmm da hätte ich was in der Schublade. Es liegt da schon so lange, dass ich nicht genau weiss, ob es da wirklich raus will…….hmmmmm, ich kann es ja mal fragen 😉
    Ich verfolge in der Zwischenzeit erstmal in aller Ruhe euren Blog 🙂

    Viele Grüsse und viel Erfolg in jedem Fall
    Bettina 🙂

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